[Rezension] Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah

Extrem laut und unglaublich nah
Jonathan Safran Foer
480 Seiten
ISBN: 978-3596169221
Amazon.de
♥♥♥♥♥♥

Inhalt:
Oskar Schell ist altklug und naseweis, hochbegabt und phantasievoll. Eine kleine Nervensäge, die schon mit neun Jahren eine Visitenkarte vorweist, auf der sie sich als Erfinder, Schmuckdesigner und Tamburinspieler ausweist. Vor allem aber ist Oskar todtraurig und tief verstört. Auch noch zwei Jahre nachdem sein Vater beim Angriff auf das World Trade Center ums Leben kam. Nun will er herausfinden, warum sein Vater, der ein Juweliergeschäft hatte, sich ausgerechnet an diesem Tag dort aufhielt. Mit seinem Tamburin zieht Oskar durch New York und gerät in aberwitzige Abenteuer.

Bewertung:
Jonathan Sebastian Foer hat mit diesem Buch ein ernstes Thema auf schöne und einfühlsame Weise behandelt. Es geht nicht nur um die Tragödie des 11. Septembers, sondern auch um den zweiten Weltkrieg, den Holocaust, Liebe die nicht erwidert wird, Selbstfindung und Verlust.

Das alles bringt uns der kleine Oskar bei, der mit seiner Art für viel witz sorgt. Für sein alter ist er mehr als Klug und sieht die Welt mit ganz anderen Augen. Den Verlust seines Vater so verarbeiten und zu verstehen steht hierbei für ihn im Vordergrund, auch wenn er das nicht so offensichtlich zeigt. Hierfür begibt er sich, nach dem Fund eines unbekannten Schlüssel, auf eine schillernde Reise durch New York und treffen allerhand lustige Gestalten, um am ende das Vermächtniss von Oskars Vater zu finden.

Nicht nur Oskar ist ausergewöhnlich sympatisch, sondern auch die anderen Personen wie Oskars Oma, Mutter oder der steinalte Nachbar Mr. Black sind wunderbar tiefgründig und gut konstruiert und tragen alle ihren Teil zu Oskars suche bei. So manches mal hab ich mir gewünscht selbst ein kleiner Oskar zu sein und am Ende hat er es sogar geschafft mich zu tränen zu rühren.

Ausserdem entwickelt sich ein zweiter Erzählstrang rund um Oskars Großeltern. Hier erfahren wir viel aus Briefen, die entweder an Oskar, seinen Vater oder andere Personen gerichtet sind. Erzählt wird ihre Geschichte in Deutschland während des Krieges, die Flucht und die Probleme die eine „Liebe“ mit sich bringt.

Sprachlich befindet sich „Extrem laut und unglaublich“ nah auf einem guten Level. Foer schreibt intelligent aber trotzdem einfach und schafft somit einen Stil den ich vorher so noch nicht gesehen habe.

Besonders beeindruckt haben mich die Illsutrationen und Einschübe. Fotos, buntes gekritzel, im text mit rot markierte Fehler und eingeworfene Briefe lassen einen die Geschichte noch besser verstehen und erleben. Unglaublich nah halt 🙂

Fazit:
Alles in allem ist „Extrem Laut und unglaublich nah“ ein wundervolles Buch, dass Spaß macht und zum nachdenken anregt. Mit Witz, Phantasie und einer großen Portion Charm erzählt Foer hier eine Geschichte die jeder gelesen haben sollte.

6 von 6 Herzen

Trailer zum Film (2012):

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