Archiv der Kategorie: Rezension

[Mini-Rezensionen] Top und Flop …. oder warum ich ab morgen das Datum immer falsch schreibe

So, vorbei is das Jahr. Wird auch ma Zeit. 2011 war immerhin sehr Ereignissreich. Allerdings muss ich zugeben das mit der Jahreswechsel irgendwie doch ziemlich am Hintern vorbei geht. Geht ja morgen eh normal weiter, nur das ich erstma wieder ne Weile brauch um das Datum richtig zu schreiben. Aber das Problem ham wir ja nur noch dieses Jahr…. sterben ja alle am 21.12.2012 *ironie aus*

Nen Jahresabschluss mach ich nun nicht wirklich. Da würde mir eh nur schlecht werden -.-“ Allerdings möchte ich euch meine 3 Tops und Flops aus 2011 nicht vorenthalten.

Tops:

Die Tribute von Panem
Selten war ich so begeistert von einer Buchreihe. Tolle Story, mehr als Spannend, absolut süchtig machend. Die Story um Katniss und die anderen hat mich schwer bewegt und mich einfach nur an die Bücher gefässelt. Ein Re-Read ist hier im neuen Jahr Pflicht!
♥♥♥♥♥♥ 6 von 6 Sternen
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Extrem laut und unglaublich nah
Meine Rezension spricht hier glaub ich Bände. Die Aufmachung und auch die Story haben mich hier doch sehr bewegt. Toll!

♥♥♥♥♥♥ 6 von 6 Sternen
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Die Blutlinie
Da hats mich zum Jahresende dann doch auch noch im Thriller-Bereich richtig erwicht. Absolut Brutal und Faszinierend fand ich diesen Schmöker. Die Charaktere sind alle absolut glaubwürdig beschrieben und die Story kann einfach nur aus dem verrückten Hirn eines genialen Mannes kommen. Die Folgebände stehen auf jeden Fall auf der 2012er-Liste.

♥♥♥♥♥ 5 von 6 Sternen

Flopps:

Die Insel der besonderen Kinder
Es tut mir wirklich leid…. dafür Geld ausgegeben zu haben. Da freu ich mich über Wochen auf das Buch… und dann das. Selten habe ich so ein langweiliges Buch gelesen. Die Spannungskurve sieht ungefähr so aus wie ein Bleistift und nichtmal die Ideen des Autors finde ich originel. Die 3 Abende hätte ich mir auch sparen und was gute lesen können. Alleine die Aufmachung gefällt.

♥♥♥♥♥ 1 von 6 Sternen (für die Aufmachung)

Herbst – Die Trilogie
Hier hab ich glaub ich einfach zuviel erwartet. Der erste Teil war ja noch ganz gut… aber dann gings steil nach unten. Der zweite Teil ist einfach eine aufgewärmte Kopie des ersten, nur an nem anderen Ort und der dritte teil versucht alles gezwungen zusammen zu führen. Da noch die total flachen Charaktere und der Flop is perfekt.

♥♥♥♥♥♥ 2 von 6 Sternen (für den ganz guten ersten Teil)
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Die Mitte der Welt
Hier liegt der Kackpunkt glaub ich bei mir selbst. Das Buch hat mich richtig in ein Loch geworfen. Obs an der Grundstimmung liegt? Man weiß es nicht. Für mich ist es allerdings das schlechteste Buch dieses Jahr. Wandert also ganz hinten ins Regal. Schade….

♥♥♥♥♥♥ 0 von 6 Sternen

Das neue Jahr steht erstmal ganz im Zeichen von Tolkien. Momentan begeistert mich der Hobbit ja nochmal und heute ist auch eine schöne Version vom Lord of the Rings bei mir gelandet. Das Tolkien-Fieber hat mich also gepackt 🙂 Dank BluRays und dem baldigen erscheinen vom Hobbit-Film ja auch kein Wunder. Falls ihr mich sucht: Ich bin in Mittelerde 🙂

Euch allen Wünsche ich heute noch einen guten Rutsch und ganz viel Glück und Spaß im neuen Jahr! Danke das ihr mich in 2011 begleitet habt und das ich so viele tolle Menschen kennen lernen durft. Ob nun real oder nur online spielt hier keine Rolle. Hoffentlich geht das so weiter. Ihr Twitter-Nasen macht den Tag für mich toll! Weiter so….  so …. und jetzt …. Bier! Happy new Year ihr Vögel 😉

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[Aktion] Mini-Rezensionen

Wie ihr bestimmt mirbekommen habt habe ich in letzter Zeit eher weniger Rezensionen rausgehauen. Das liegt zum einen an meiner unglaublichen Faulheit und zum anderen einfach daran das ich mich nicht gezwungen fühlen möchte Rezensionen zu schreiben. Wie jeder von euch weiß benötigen Rezensionen immer eine gewisse Zeit um Form anzunehmen. Diese Zeit habe ich allerdings meist nicht.

Daher mach ich es jetzt anders 🙂 Ab jetzt gibt es in unregelmässigen Abständen Mini-Rezis von mir. Was genau das bedeutet kann ich euch allerdings auch erst sagen wenn es soweit ist. Eins ist aber ganz sicher: In jedem Beitrag werde ich euch kurz, knapp und schmerzlos meine Meinung zu gelesenen Büchern um die Ohren hauen.

Trotzdem wirds auch zwischendurch normale Rezis geben, zumindest bei den Büchern, bei dennen ich der Meinung bis das es sich lohnt und es etwas mehr zu erzählen gibt.

Der Stapel der gelesenen Bücher wird immer größer, daher könnt ihr mit dem ersten Beitrag schon sehr bald rechnen 🙂

[Rezension] Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah

Extrem laut und unglaublich nah
Jonathan Safran Foer
480 Seiten
ISBN: 978-3596169221
Amazon.de
♥♥♥♥♥♥

Inhalt:
Oskar Schell ist altklug und naseweis, hochbegabt und phantasievoll. Eine kleine Nervensäge, die schon mit neun Jahren eine Visitenkarte vorweist, auf der sie sich als Erfinder, Schmuckdesigner und Tamburinspieler ausweist. Vor allem aber ist Oskar todtraurig und tief verstört. Auch noch zwei Jahre nachdem sein Vater beim Angriff auf das World Trade Center ums Leben kam. Nun will er herausfinden, warum sein Vater, der ein Juweliergeschäft hatte, sich ausgerechnet an diesem Tag dort aufhielt. Mit seinem Tamburin zieht Oskar durch New York und gerät in aberwitzige Abenteuer.

Bewertung:
Jonathan Sebastian Foer hat mit diesem Buch ein ernstes Thema auf schöne und einfühlsame Weise behandelt. Es geht nicht nur um die Tragödie des 11. Septembers, sondern auch um den zweiten Weltkrieg, den Holocaust, Liebe die nicht erwidert wird, Selbstfindung und Verlust.

Das alles bringt uns der kleine Oskar bei, der mit seiner Art für viel witz sorgt. Für sein alter ist er mehr als Klug und sieht die Welt mit ganz anderen Augen. Den Verlust seines Vater so verarbeiten und zu verstehen steht hierbei für ihn im Vordergrund, auch wenn er das nicht so offensichtlich zeigt. Hierfür begibt er sich, nach dem Fund eines unbekannten Schlüssel, auf eine schillernde Reise durch New York und treffen allerhand lustige Gestalten, um am ende das Vermächtniss von Oskars Vater zu finden.

Nicht nur Oskar ist ausergewöhnlich sympatisch, sondern auch die anderen Personen wie Oskars Oma, Mutter oder der steinalte Nachbar Mr. Black sind wunderbar tiefgründig und gut konstruiert und tragen alle ihren Teil zu Oskars suche bei. So manches mal hab ich mir gewünscht selbst ein kleiner Oskar zu sein und am Ende hat er es sogar geschafft mich zu tränen zu rühren.

Ausserdem entwickelt sich ein zweiter Erzählstrang rund um Oskars Großeltern. Hier erfahren wir viel aus Briefen, die entweder an Oskar, seinen Vater oder andere Personen gerichtet sind. Erzählt wird ihre Geschichte in Deutschland während des Krieges, die Flucht und die Probleme die eine „Liebe“ mit sich bringt.

Sprachlich befindet sich „Extrem laut und unglaublich“ nah auf einem guten Level. Foer schreibt intelligent aber trotzdem einfach und schafft somit einen Stil den ich vorher so noch nicht gesehen habe.

Besonders beeindruckt haben mich die Illsutrationen und Einschübe. Fotos, buntes gekritzel, im text mit rot markierte Fehler und eingeworfene Briefe lassen einen die Geschichte noch besser verstehen und erleben. Unglaublich nah halt 🙂

Fazit:
Alles in allem ist „Extrem Laut und unglaublich nah“ ein wundervolles Buch, dass Spaß macht und zum nachdenken anregt. Mit Witz, Phantasie und einer großen Portion Charm erzählt Foer hier eine Geschichte die jeder gelesen haben sollte.

6 von 6 Herzen

Trailer zum Film (2012):

[Rezension] Kerstin Gier – Die Edelstein-Triologie

Die Edelstein-Triologie
Kerstin Gier

♥♥♥♥♥♥

Inhalt:
Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Das man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!

Bewertung:
Heute versuch ich mich einfach mal kurz zu halten, denn was soll man zu diesen tollen Büchern noch groß sagen? Viele Viele Blogs haben die Bücher schon bewertet und ich reihe mich jetzt einfach nochmal kurz ein. Warum ich die Bücher als ganzes und nicht einzeln bewerte? Ganz einfach: Ich bin der Meinung das es sich nicht wie eine Triologie, sondern wie ein einziges großes Tolles Buch gelesen hat. (Die fiesen Cliffhanger am Ende der ersten beiden Teile haben einfach die Spannung erhöht 🙂 )

Ich war einfach begeistert von Kerstin Giers geschichte. Die Idee, der Humor, die Personen… einfach toll. Ich hab sehr viel gelacht und mich auf jede einzelne Seite sehr gefreut.  Spannend war das ganze natürlich auch und das nicht zu knapp.

Ich war nur unheimlich traurig als ich die letzten Seiten gelesen habe und mich dann – leider viel zu schnell – von den lieb gewonnen Personen wie Gwenndolyn, Gideon und Leslie verabschieden musste.

Fazit:
Toll! Jeder der diese intelligenten und urkomischen Romane noch nicht gelesen hat sollte sich schämen. Definitiv sollte man die Edelstein-Triologie auf die Liste der 100 Must-Read-Bücher setzen. Danke Kerstin Gier!

6 von 6 Herzen

[Rezension] Heather Gudenkauf – Das Flüstern der Stille

Das Flüstern der Stille
Heather Gudenkauf
368 Seiten
ISBN: 978-3899418682
Amazon.de

♥♥♥♥♥♥


Inhalt:
In einer verschlafenen Collegestadt verschwinden zwei kleine Mädchen und jeder ist verdächtig.Als an diesem Tag im August die ersten Sonnenstrahlen die feuchte Morgenluft durchdringen, stellen zwei Familien nach dem Aufwachen fest, dass ihre kleinen Mädchen über Nacht verschwunden sind.
Die siebenjährige Calli ist ein süßes, verträumtes Kind, das seit seinem vierten Lebensjahr kein Wort mehr gesprochen hat. Petra ist ihre beste Freundin, ihre Seelenverwandte und ihre Stimme. Doch niemand hat die beiden seit dem letzten Abend gesehen.
Auf der verzweifelten Suche der Eltern schlägt die anfängliche Unterstützung schnell in gegenseitiges Misstrauen um. Und bald schon müssen alle der Wahrheit ins Auge sehen: Niemand ist so unschuldig, wie er von sich glaubt und einer von ihnen könnte ein Mörder sein.

Bewertung:
Bevor ich euch meine Eindrücke schildere muss ich mich nochmal ernsthaft fragen wieso man vorher noch nie von diesem Buch, oder dem Mira Taschenbuch-Verlag gehört hat. Für mich ist „Das Flüstern der Stille“ nämlich die erste Begegnung sowohl mit dem Verlag als auch mit der Autorin. Schade eigentlich – ich nehm es einfach mal vorweg – den ich kann Buch und Verlag nur großes Lob zusprechen! Das Programm werde ich jetzt umso genauer verfolgen.

Aber jetzt endlich zum Buch 😉
Ich war begeistert! Die Geschichte klang ja schon durch den Klappentext sehr interessant, das mich dann aber doch ein Weltklasse-Roman erwartet hätte ich beim besten Willen nicht gedacht.

„Das Flüstern der Stille“ ist Heather Gudenkaufs erster Roman (und bestimmt nicht ihr letzter!). Ich war von der ersten Seite an schwer begeistert und konnte mich mehr als gut in die wirklich wunderbar gezeichneten Charaktere hineinversetzen. Die Autorin schafft es durch ihre Art Dinge zu schildern und auf schöne Weise zu umschreiben ein wirklich nachvollziehbares Bild der Personen zu schaffen. Ob es hierbei um Calli, Ben oder all die Anderen geht ist erstmal egal, jede Person handelt nachvollziehbar und lässt einen mitfühlen.

Die Geschichte selbst scheint im ersten Moment doch relativ einfach: Kinder weg, Eltern besorgt, was ist passiert, Schlimm, Schlimm. Es geht aber um mehr als das. Es geht um die Vergangenheit, Ängster, die erste Liebe, Verlust, Freude und Trauer.

Besonders gewürzt ist „Das Flüstern der Stille“ durch seine Aufteilung. Die Kapitel sind alle relativ kurz und werden jeweils von einer anderen Person erzählt. Allerdings beschränkt die Autorin sich hierbei nicht auf eine Erzählperspektive, sondern gibt jedem eine besonderen Blickpunkt. Ben zum Beispiel spricht immer in der Ich-Form, dabei aber immer zu seiner verschwundenen Schwester (besonders diese Kapitel haben mich manchmal sehr berührt!). So erhält jeder Erzählstrang nochmal einen besondere Dynamik.

Den Roman in eine Genre-Schublade zu stecken halte ich für vollkommen falsch. Eigentlich müsste er ganz vorne bei „Toll“ oder „Wertvoll“ liegen.

Fazit:
„Das Flüstern der Stille“ hat mich sehr bewegt und teilweise wirklich bis die Knochen erzittern lassen. Ich frage mich nur wieso ich dieses tolle Buch nicht schon früher in den Händen gehalten hab. Absolute Empfehlung!

6 von 6 Herzen

Trailer:

 

An dieser Stelle noch mal ein großer Dank an den Mira Taschenbuch-Verlag der dieses Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Stephen M. Irwin – Der Sog

Der Sog
Stephen M. Irwin
352 Seiten
ISBN: 978-3-442-37575-2
Leseprobe im Widget
Amazon.de

♥♥♥♥♥


Inhalt:

Er sieht nicht nur die Toten. Er sieht sie sterben …

Nach dem Tod seiner Frau kehrt Nick Close nach Australien zurück, um Abstand zu gewinnen. Doch er findet alles andere als Trost. Vor 30 Jahren wurde sein bester Freund Tristam in den Wäldern am Rande der Stadt ermordet. Noch immer ragen die Wipfel der Bäume drohend hervor. Nick beschleichen dunkle Vorahnungen, und tatsächlich wird einige Tage später ein Kind tot aufgefunden, genauso grausam ermordet wie damals Tristam. Alle Spuren führen in die Wälder, und wie ein Sog zieht es Nick in ihre dunkle Mitte. Zu einem Ort, der ein schreckliches Geheimnis birgt: Denn es war nicht Tristam, der damals sterben sollte …

Bewertung:
Das „Der Sog“ eine sogartige Wirkung hat lässt sich nicht abstreiten. Ab der ersten Seite hat sich das komplette Buch flüssig und an einem Stück weglesen lassen. Der Schreibstil von Mr. Irwin ist hierbei anfangs etwas ungewöhnlich, was aber nicht weiter stört da man sich so oder so innerhalb der ersten paar Seiten daran gewöhnt.

Er vermischt in seinem Roman die klassische Geistergeschichte mit irischer Mythologie, rührt ein wenig Psychothriller mit ein und lässt dann noch ein von „13 Geister“ einfließen. Insgesamt ergibt sich daraus eine wirklich interessante Mischung die, transportiert auf den australischen Schauplatz eine ganze besondere Note entwickelt.

Die Story an sich ist eigentlich gut durchdacht, allerdings hab ich oft an „Hänsel und Grätel“ denken müssen als sich die Story so langsam aufgelöst hat, und das tat sie viel zu früh! Das war wirklich ein Punkt der mich gestört hat, warum zur Hölle setzt uns der Autor den Bösewicht direkt vor die Augen und haut uns dann 300 Seiten lang um die Ohren wie der Protagonist versucht das abgrundtief Böse zu vernichten und dabei auf die Klappe fällt um es nochmal zu versuchen?

Okay okay, ich will das Buch nicht zu schlecht machen. Die Idee ist wirklich sehr gut, die Charaktere glaubwürdig und an Spannung mangelt es auch nicht, selbst als man weiß wer der Böse ist.

Einen zweiten Teil würde ich mir also trotzdem nicht entgehen lassen, die Option hält Mr. Irwin sich nämlich ganz gut offen.

Fazit:
„Der Sog“ ist ein Buch mit vielen stärken und schwächen und reiht sich für mich leider nicht neben Richard Laymon und ähnlichen ein, allerdings ist er trotzdem Solide geschrieben und lässt keine Fragen offen. Definitiv gute Unterhaltung für verregnete Tage auf der Couch, man sollte allerdings nicht zu viel Grusel erwarten. An Spannung mangelt es aber nicht.

3 1/2 von 6 Herzen

An dieser Stelle noch mal ein großer Dank an den Blanvalet-Verlag der dieses Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Jodi Picoult – Beim Leben meiner Schwester

Beim Leben meiner Schwester
Jodi Picoult
480 Seiten
ISBN: 978-3492247962
Amazon.de

♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Inhalt:
Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die dreizehnjährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden. Die kleine Anna sucht sich einen Anwalt und versucht vor Gericht ihr Recht auf eigene Entscheidungsgewalt in medizinischen Fragen zu erwirken, auch wenn das bedeutet dass ihre Schwester Kate sterben wird.

Bewertung:
Will Mrs. Picoult ihren Leser am Ende umbringen? Ich habe selten bei einem Buch so geweint wie bei „Beim Leben meiner Schwester“. Irgendwie war ich ja vorbereitet, da ich ja den Film vor einiger Zeit gesehen hatte, aber das dann doch alles anders kommt und mir kurz vor dem Schluss nochmal das Herz zerspringen lässt hätte ich nicht gedacht. Allerdings muss ich zugeben das der Epilog das Herz auch wieder zusammenfügt und mich mit einem Lächeln und Tränen auf den Wangen hat einschlafen lassen.

Warum rolle ich das Feld von hinten auf? Weil mich das Ende einfach so sehr bewegt hat das ich es kaum fassen kann. Aber auch der Rest des Buches war schön, bewegend und hat tief blicken lassen, sonst hätte ich es wahrscheinlich nicht beendet sondern nach der Hälfte des Buches in die Ecke geworfen und nie wieder angesehen.

Jodi Picoult erzählt die Geschichte immer in der Ich-Form, allerdings springt Sie dabei  zwischen den Charakteren hin und her und erzählt einmal aus Annas Sicht, der Ihrer Mutter oder der Sicht von Jesse, Annas Bruder. Das sind aber nur ein paar der Charaktere die uns ihre Sichtweise näherbringen. Hierbei muss ich zugeben das mich das anfangs doch etwas gestört hat, aber nach den ersten Kapiteln war es dann wirklich einfach zwischen den verschiedenen Figuren zu differenzieren.

Durch die verschiedenen Blickwinkel gewinnt jeder einzelne Charakter an Tiefe und die Geschichte ist so nicht gradlinig, sondern kantig. Ich konnte fast jede Ansicht die die Personen hervorgebracht haben irgendwie nachvollziehen und mit Ihnen mitfühlen. Keiner von Ihnen handelt unrealistisch oder Absurd, sondern rein menschlich, oder wie in Saras Fall: Wie eine Mutter es tun würde.

Natürlich ist die ganze Sache ein hartes Thema und auf gewisse Art schwer zu fassen, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Jodi Picoult hat dieses Problem aber mit Bravour gemeistert und legt uns hier eine Geschichte vor die tief bewegt und bei der man selbst hinterfragt wie weit man gehen kann um einen anderen Menschen zu retten. Wie weit würde ich gehen?

Fazit:
Jedem der sich für Familiengeschichten und das Thema interessiert sollte sich an diesen Roman wagen, allerdings nur solange man sich nicht scheut am Ende hemmungslos zu heulen.

6 von 6 Herzen

An dieser Stelle ein großer Dank an meine Mutter und meine Schwester, einmal für das Buch und zum anderen dafür das sie einfach immer da sind.